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Luzerner.ch / Dienstag, 3. Juli 2018 / Categories: Luzern, Photo, Video, 2018

Sitzt das Luzerner Fest fest?

Sitzt das Luzerner Fest fest?
Ein Junge spielt auf der Wiese des Carl Spitteler Quai und rennt dem Ball nach. Bald wird hinter den Baumwipfeln und der Königin der Berge der Mond aufgehen. Auf einer Bank schläft einer seinen A-Schlaf? Hier sind die Sitzgelegenheiten (Bänkli) nicht abgeschraubt.
 
Man darf sitzen und das Feuerwerk das gleich beginnt, geniessen.
Weiter vorne zeugen Löcher im Asphalt davon,  wo ein Bänkli fest im Boden verankert war.
 
 
 
 
Auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit am heutigen Fest-Samstag des Luzernerfest und Altstadtfäscht zeigt, dass es an der Bahnhofstrasse Essen gibt unter dem Motto "Drive trough". Sitzen und Essen sind eher Fremdworte an der Strasse, die bald vom Strassenverkehr entbannt wird. Dabei hat doch jede amerikanische Burgerkette in der Stadt ausreichend Tische und Stühle - und eine baut im Bahnhof das Sitz-Angebot aus.
 
 
 
 

Ein anderes Fest in einer anderen Stadt in der Schweiz


Ein Besuch in einer anderen Schweizer Stadt zeigt, dass zur Festlaune Sitzgelegenheiten dazu gehören. Dort, wo Busse durch die Altstadt fahren, werden Tische und Bänke aufgestellt und das Volk nimmt sie mit Genuss an. Es herrscht ein richtiges Beizenfest bis tief in die Nacht, am Vorabend des Maienzugs in Aarau.
25 000 Besucher werden erwartet die, zwischen 54 Bars und Essensständen, in den Genuss von mehr als zwei Dutzend musikalischen Intermezzos kommen.
 
 
 
Zugelassen sind "nur" einheimische Gastronomen sowie Besitzer von Lebensmittelgeschäften in der Altstadt. Mit dem Musikkonzept, bis 19:00 keine Musik, bis 22:00 Uhr mit gedrosselter Lautstärke und danach bis 1:30 Party. Die Besucher schätzen es, sich zu verpflegen und mit einander zu unterhalten.

Zurück in der Altstadt Luzern, spielt eine Gruppe vor dem Dorzügli. Touristen stehen still und geniessen die Musik der knapp Dutzend Musiker.
Willy Tell spielt auf dem dem Sternenplatz und alle Plätze sind besetzt. Man steht an der Ausschenk-Theke, isst die Bratwurst und das Risotto direkt neben den frisch zubereiteten Bratwürsten. Plätze zum Sitzen sind rar.

Einigen sitzen auf Schaufenster-Simsen eines Damenbedarfsartikel-Fachgeschäfts. Die vorbeischlendernden Leute schauen auf die sitzenden, essenden Zeitgenossen, lachen und steuern bald weiter Richtung Musik Unterhaltung. Der Platz ist eng. 



















 
 
Am Luzernerhof sitzt man um den Kreisel. Heute, wie bereits auch vor einem Jahr.
 

Laut


An der Bushaltestelle Schwanenplatz fährt das Postauto 73 im normalen Fahr-Takt. Zumindest zeigt die Abfahrtstafel dies an. Eine Dame ärgert sich, vom Weyquartier bis zum Bahnhof zu gehen. Der Takt ist heute anders.
Einer, mit businessliken, kurzen Hosen und Rollkoffer, eilt über 4 Fahrspuren Richtung Bahnhof. Hoffentlich verpasst er den Zug zum Flieger nicht.

Drei Musikquellen. Zur Gilgenhaus, vor dem Haus einer grossen Bank mit 3 Buchstaben und eine Bühne, vor einer weiteren Bank (ohne Bänkli zum Sitzen und abgeschraubtem Sonnenkalender), tönt es über den Platz Richtung See und Brücke.
Hoffentlich kommt keiner auf die Idee, die Boxen der Musikanlage vor der Bank Richtung Bancomat zu drehen und den Bass etwas intensiver zu nutzen.
Ein Polizist meint beim Vorbeigehen "es hat fast keine Sitzgelegenheit. Die Leute können nicht sitzen." Ob er auf Ausschau nach einer Sitzpause ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich frage nicht nach.

Eine Leserbriefschreiberin in der LuzernerZeitung mein:, "Sogar die Sängerin Diana vermisst Tische und Bänke auf dem Kapellplatz."
 

Was in LUZERN fehlt sind Plätze, wo man sich ohne grosse Beschallung, verständigen und unterhalten kann. Dabei wollen doch viele einfach etwas Trinken & Essen, mit anderen kommunizieren. Das was wir das ganze Jahr viel zu wenig machen. Sich treffen, spontan in der Altstadt Luzern herumtümpfeln und - ja man sieht sich. Mit dem Altstadt Fäscht finden die Luzerner wieder den Weg zurück.
Und vielleicht ist es das etwas andere, das die Leute motiviert, abzusitzen. In der Gasse, wo sonst eingekauft wird, zu dinieren. Am Wendeplatz des LUZERNerhofs zu sitzen, zu dinieren.
Hauptsache es ist etwas spezielles, das die Leute machen dürfen.


 
 

Fest(e)Mauer

 
 

Und manchmal muss man nur eine feste Mauer überspringen, dahinter könnte es sein, dass eine neue Idee bereitsteht.   

Im nächsten Jahr ist die grosse Pause. Man hat sich vorgenommen, fest zu überlegen, wie das Fest in Zukunft aussehen soll. Und vielleicht passieren noch Wunder und ein kleines Fest im 2019 findet in der Altstadt Luzern statt.
Man stelle sich vor, ein Fest auf der Uhrenmeile Grendel bis zur Löwengraben. Weiss gedeckt ein langer Tisch. Und daran sitzen viele Luzerner. Bleibt das ein Traum?
 
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